Donnerstag, 13. Mai 2004
The Who – The Encore-Series – Vol. 2
Nun sind sie also endlich da: Vier Doppel-CDs mit den Konzerten der Who in London im März dieses Jahres. Und wie schon bei der Ausgabe des Jahres 2002 liefert themusic.com keine CDRs, sondern richtige CDs! Und das beste: Der Sound ist besser, die Aufmachung ebenfalls.
Doch der Reihe nach: Wie schon vor zwei Jahren veröffentlichen The Who und themusic.com die Live-Konzerte auf CD. Rund vier Wochen nach der Show werden sie verschickt. Zu hören gibt es jeweils die komplette Show, unbearbeitet, aufgenommen vom Mischpult. Und wie immer geht der Erlös an eine wohltätige Einrichtung, die von The Who unterstützt wird. Mehr als 250000 Dollar kamen 2002 dabei zusammen.
Wie erwähnt ist die Aufmachung klasse. Dieses Mal gibt es ein Papp-Klappcover, nett aufgemacht, und auch die Songs sind auf der Rückseite aufgedruckt. Auch die CDs selbst sind dieses Mal schön aufgemacht.
Überzeugend aber ist der Sound: Prima abgemischt sind die Shows, selbst Simon Townshend ist endlich einwandfrei zu hören. Das war bei den Konzerten der 2002er Tour nicht immer so. So gesehen lohnt sich für Who-Fans also der Kauf aller vier CDs.
Und für die anderen? Die sollten zum Konzert vom 22. oder 24. März greifen, spielen die Who hier doch am längsten – jeweils rund 125 Minuten. Das Konzert vom 25. ist mit knapp 90 Minuten relativ kurz, und die Show in der Royal Albert Hall hat weder Another Tricky Day noch Bargain, da die Band diese beiden Songs an diesem Abend nicht spielten.
Dennoch – man wird den Eindruck nicht los - besonders am ersten Abend -, dass die Who sich nur noch selbst covern. Die Setlists sind nahezu identisch mit denen der 2002er Tour, lediglich Real Good Looking Boy sorgt für Abwechslung, der Song ist aber auch ein wirklich tolles Stück. Pete ist überraschend wortkarg, und einige Stücke sind wirklich schnell runtergepeitscht. Das soll aber nicht heißen, dass die Konzerte schlecht sind – im Gegenteil, die Musik ist nach wie vor klasse, und die Who sind es auch. Nur ein bisschen mehr Abwechslung hätte man sich gewünscht.
Die CDs gibt’s zum Preis von jeweils 15 Pfund nur im Internet bei www.themusic.com. Dazu kommen dann noch Porto und Steuer sowie ggf. Steuer in Deutschland, wenn der Zollbeamte zu aufmerksam schaut. Auch für die folgende Konzerte in den USA und England sind fünf weitere Doppel-CDs angekündigt.

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Freitag, 12. März 2004
The Who - The Vegas Job (DVD)
Erinnern wir uns: Das Konzert der Who am 29. November 1999 in Las Vegas war das erste Konzert der Band als Quintett seit mehr als 14 Jahren. Gerade diese Tatsache ist es, die die Show im MGM Grand Garden so interessant macht. Es ist also nicht falschvon einer einer Art "Comeback-Konzert" zu sprechen, und schon die ersten Songs zeigen, dass Townshend, Daltrey, Entwistle und Co das enge Korsett der großen 1989er Besetzung abgelegt hatten und wesentlich lockerer spielten: Townshend improvisiert, springt, macht eine Windmühle nach der anderen, und so bietet die knapp 90minütige DVD Spaß pur.
Alle 14 Songs des Abends sind auf "The Vegas Job" enthalten. Die Bildqualität ist gut, das Bildformat leider nur 4:3. Die Soundqualität ist ebenfalls hervorragend, so dass man mit der DVD ein tolles Who-Konzert erleben kann. Unbekannt sind die Aufnahmen aber nicht, denn vor einigen Jahren kursierten bereits Videobänder mit den TV-Bildern des Konzertes in Who-Kreisen.
Das Bonusmaterial ist bescheiden, aber deshalb nicht uninteressant. So gibt es ein kurzes Interview mit Roger Daltrey und ein knapp sechsminütiges Gespräch mit John Entwistle während des Soundchecks - sehr amüsant, sehr interessant!
Wie schon bei der Royal-Albert-Hall-CD kommt auch bei The Vegas Job ein wenig Wehmut auf. Hier ist noch einmal Entwistles brilliantes Bassspiel zu genießen, das besonders bei 5.15 und My Generation herausragend ist. Und auch wenn das Konzert nicht zu den besten der 1999/2000er Tour der Who gehört, gibt’s dennoch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Wertung: 7,5 von 10

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Donnerstag, 4. März 2004
Opposition - Blinder
Blinder klingt anders als alles, was ich bisher von Opposition gehört habe. Perfekt produziert, ungewöhnlicher Sound, aber intelligente Popmusik mit einer klassischen Besetzung Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards. Das Ende 2003 veröffentlichte Album ist jedenfalls das erste Lebenszeichen der Briten seit 1994 – und ein überaus gelungenes!
Ob Opposition getreu ihrem Namen jemals eine politische Band waren, ist schwer zu sagen, mit ihrer neuen Platte, die es übrigens nur über die Website des Vertriebs Mrs. Jones Records gibt, sind sie es definitiv nicht. Das mindert aber nicht den Spaß. Der Sound ist klar, Mark Longs Gesang ist nach wie vor faszinierend und Marcus Bells Bassspiel hörenswert. Anspieltipp: Jellybean und Caroline.
Mit den alten Scheiben Breaking The Silence, Empire Days oder Promises hat Blinder nicht mehr viel zu tun, aber die Mischung aus elektronischen Effekten mit klassischen Lineup ist schon bemerkenswert und faszinierend. Ein gelungenes Comeback des Quartetts, das in leider viel zu unbekannt ist…

Wertung: 8,5 von 10

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