Mittwoch, 25. Februar 2004
Mir - Invisible Science
Drei sympathische Kanadier auf dem Weg zu Weltruhm. Das wäre eine schöne Schlagzeile, und die Jungs von Mir hätten sie verdient. Denn ihr Debütalbum Invisible Science ist überaus gelungen, macht Spaß auf mehr. 14 Songs enthält die im Jahre 2000 veröffentlichte CD, darunter so tolle Popstücke wie Re-humanize Me oder Invisible Science, die nicht nur eingängige Melodieführungen aufweisen, sondern auch noch gut abgehen. Mir gelingt es, eingängige Poprhythmen mit Elementen aus Techno und Rap zu verbinden. Aber keine Bange, man hört es nicht richtig heraus, es ist einfach ultragut integriert.
Höhepunkt ist aus meiner Sicht Urban Chant, ein absolut tolle Stück, das bei jedem Hören aufs Neue begeistert. Und dass die Stimme Asif Illyas ein Erlebnis ist, zeigt besonders Twenty More Years.
Ach ja: Mir haben ihr neues Album 7 Directions fertiggestellt; es soll in den nächsten Wochen erscheinen. Kostproben gibt's in MP3-Form auf der Website der Band unter http://www.mirwebsite.com. Viel Spaß!

Wertung: 7 von 10

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Dienstag, 24. Februar 2004
Pete Townshend - O'Parvardigar Restored and Extended (DVD)
Was soll man über eine DVD schreiben, die nur wenig von Pete Townshend enthält, dafür aber umso mehr von Meher Baba, jenem Mann, der einst ein Schweigegelübte ablegte und viele Anhänger fand - darunter auch Pete Townshend. Und um genau diesen Avatar dreht sich die neue DVD, die Eelpie am 5. Februar 2004 in einer Auflage von 7000 Exemplaren veröffentlicht hat.
Interessant ist sie für Who-Fans vor allem deshalb, weil auf ihr Petes Minikonzert vom 31. Januar 1972 als Audio-Zugabe enthalten ist. In einer überraschend guten Tonqualität sind O'Parvardigar, Bargain und Time Is Passing zu hören. Zugegeben tolle Versionen, die aber nicht wirklich die Ausgabe vom 30 Pfund zuzüglich Steuer und Porto rechtfertigen.
Denn neben den Audio-Tracks, die über den DVD-Player abgespielt werden können, gibt es die zwölf Minuten lange Version des Films O'Parvardigar, zwar aufwändig restauriert und auf 16:9 Bildformat gebracht, aber nicht wirklich interessant, wenn man nicht selbst Anhänger Meher Babas ist. Die Extras sind ebenfalls nicht sonderlich spannend, denn sie zeigen lediglich die rund siebenminütige Original-Version sowie einige Beispiele des Restaurationsprozesses.
Insgesamt eine uninteressante DVD, deren Kauf nur die drei Audio-Tracks sowie die recht nette Aufmachung der Packung rechtfertigen.

Wertung: 4 von 10 (Audio Tracks 9 von 10)

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Geddy Lee - My Favorite Headache
Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Geddy Lee im Geschäft, doch erst im Jahre 2000 brachte der Sänger der kanadischen Band Rush seine erste und bisher einzige Solo-Scheibe heraus. Und wer diese Platte mit seinen ersten Kompositionen wie In The Mood (1974) vergleicht, der hört die Entwicklung, die Lee in dieser Zeit genommen hat. My Favorite Headache ist eine wirklich sehr gute Scheibe, die neben absolut eingängigen und wundervollen Balladen auch manch echten Rocker enthält.
Vor Jahren habe ich gesagt, diese Solo-CD sei die beste Rudh-Platte seit Hold Your Fire aus dem Jahre 1987. Ich sehe es vier Jahre später immer noch so, auch wenn man damit die Eigenständigkeit des gelungenen Solo-Debüts etwas in Frage stellt. Aber sie erinnert ein bisschen an das Meisterwerk des kanadischen Trios, und mancher Song würde Rush heute wahrlich gut zu Gesicht stehen eingedenk der Tatsache, dass gerade die letzte CD etwas unausgegoren war.
Also: Wer Rush mag, der wird Geddys erste Solo-CD lieben!

Wertung: 7,5 von 10

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Montag, 23. Februar 2004
The Fixx - Happy Landings and Lost Tracks
Wer einmal The Fixx live gesehen hat, der weiß, welch exzellente Musiker die Band hat und fragt sich beim Hören der Platten, wieso die Band eigentlich nie den großen Durchbruch geschafft hat. Ein einziger Hit in Deutschland - "Less Cities (More Moving People)" - und eine Reihe von Platten gibt es, die mehr oder weniger selten beachtet wurden.
1992, nach der INK-Tour, ging die Formation auseinander und nahm erst vier Jahre später zehn Songs auf, die allesamt auf dieser 2001 veröffentlichten CD zu hören sind. Einige dieser Songs schafften es zwei Jahre später auf das Album Elemental, doch hier sind sie im Original von 1996 zu hören.
Herausragend wie immer Cy Curnins Stimme, und jede der 51 Minuten ist wirklich zum genießen. The Fixx spielen auch hier einen ausgeprägten Pop, der nicht immer eingängig, aber interessant ist und mit zunehmendem Hören seine Reize entfaltet.

Wertung: 7 von 10

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BoDeans - Joe Dirt Car
Wenn diese Doppel-CD einen eklatanten Nachteil hat, dann den, dass sie unverschämt teuer ist, weil sie nur über Import beziehbar ist. Doch wer die Euros berappt, der kommt voll auf seine Kosten.
Joe Dirt Car ist ein Live Album der amerikanischen Band Bodeans, die hierzulande aber weitgehend unbekannt ist. 24 Stücke sind auf der CD enthalten, aufgenommen während verschiedener Tournee. Und da kommen wir zu Nachteil Nummer zwei: Die CD vermittelt leider nicht den Einruck eines Gesamt-Konzertes, sondern die Anordnung der Songs zeigt deutlich, dass darauf überhaupt kein Wert gelegt wurde. Und Nachteil Nummer 3: CD 1 ist um Längen besser als CD Nummer 2.
Gut, das ist kein wirklicher Nachteil. Aber es ist tatsächlich so, dass die absoluten Hammerstücke wie Idaho, Paradise, Good Things oder auch Closer to Free alle auf der ersten CD sind. Die zweite Silberscheibe fällt dagegen deutlich ab.
Dennoch ein gutes Werk, das beim Hören Spaß macht.

Wertung: 6,5 vom 10 (CD 1: 8 von 10, CD 2: 4,5 von 10)

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